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Rezension zu Als die Soldaten kamen von Miriam Gebhardt

Hallo ihr Lieben :)

Ich habe wieder eine Rezension für euch und wieder zu einem Sachbuch. Dieses mal zu 'Als die Soldaten kamen' von Miriam Gebhardt. Danke an den Verlag für das Rezensionsexemplar.

Verlag: DVA
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
352 Seiten 
ISBN: 978-3-421-04633-8
Homepage des Verlages: ** hier klicken **

Klapptext:

Die verdrängten Verbrechen am Ende des Krieges
Die Soldaten, die am Ende des Zweiten Weltkriegs Deutschland von der nationalsozialistischen Herrschaft befreiten, brachten für viele Frauen neues Leid. Zahllose Mädchen und Frauen (und auch etliche Männer) wurden Opfer sexueller Gewalt, überall im Land.
Denn entgegen der weit verbreiteten Vorstellung wurden nicht nur »die Russen« zu Tätern, sondern auch Amerikaner, Franzosen und Briten. Auf Basis vieler neuer Quellen umreißt Miriam Gebhardt erstmals historisch fundiert das Ausmaß der Gewalt bei Kriegsende und in der Besatzungszeit. Zugleich beschreibt sie eindrücklich, wie die vergewaltigten Frauen in späteren Jahren immer wieder zu Opfern wurden: von Ärzten, die Abtreibungen willkürlich befürworteten oder ablehnten, von Sozialfürsorgern, die Schwangere in Heime steckten, von Juristen, die Entschädigungen verweigerten. Und nicht zuletzt von einer Gesellschaft, die bis in unsere Tage die massenhaft verübten Verbrechen am liebsten beschweigen und verdrängen würde.

(Quelle: DVA Verlag)

Rezension:

Mich hat die Zeit um den zweiten Weltkrieg schon immer interessiert und da ich mehr in diese Richtung lesen wollte, war dieses Buch einfach ein Muss für mich. Besonders da das Thema Vergewaltigung in der Besatzungszeit bis heute nicht wirklich anerkannt wird und die Frauen daher auch nicht als Opfer gelten.

Das Thema Vergewaltigung wird auch in der heutigen Zeit, meiner Meinung nach zu oft derart behandelt, dass die Frauen nicht immer als Opfer angesehen werden. Man hört immer wieder, dass es nicht ausreichend Beweise gab, dass es kein einvernehmlicher Sex war oder dass die Frau es ja so gewollt habe...
Diese Einstellung war nach dem zweiten Weltkrieg, aber auch schon währenddessen, noch extermer in den Köpfen verankert. Ich war schockiert, wie mit den Opfern umgesprungen wurde. Sie bekamen kaum Hilfe, die Täter wurden oft geschützt. Und wenn ein Kind unterwegs war und die Frau es abtreiben wollte, wurde dies meistens verweigert. Ich bin kein Freund von Abtreibungen, nicht falsch verstehen. Aber wenn eine Frau Opfer einer Gewalttat wurde, da kann ich verstehen, dass sie das dadurch entstandene Kind vielleicht nicht lieben kann und es sie immer wieder daran erinnert, was ihr angetan worden ist.
Was ich nicht verstehen kann, ist, wie man denken kann, dass eine Frau eine Vergewaltigung will? Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand das wirklich wollen würde! Ganz egal was die deutsche Armee getan hat, nichts rechtfertig, was die Besatzer den Frauen in der Besatzungszeit angetan worden ist.

Wie ihr vielleicht merkt, fällt es mir schwer, die richtigen Worte zu finden. Ich finde es einfach grausam, was so vielen Frauen angetan worden ist (die genaue Zahl weiss bis heute niemand und ich denke, daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern) und wie die Behörden etc. damit umgegangen sind und es noch immer tun. Für mich spielt es keine Rolle, welcher Nationalität eine Frau angehört und was andere Angehörige des Landes eines Vergewaltigungsopfers getan hat - diese Person hat es nicht verdient, derart erniedrigt und gedemütigt zu werden!

Ich hoffe sehr, dass sich in Zukunft die Einstellung zu dem Thema ändert - denn das ist dringend nötig. Auch wenn man die Vergangenheit nicht mehr ändern kann, man kann für die Zukunft dazulernen!

Noch kurz zum Schreibstil. Dieser war zwar soweit in Ordnung, doch die Autorin hat sehr viele verschachtelte und zum Teil lange Sätze geschrieben. Durch das schwierige Thema fand ich es persönlich anstrengend, dadurch dem Inhalt folgen zu können. Das fand ich sehr schade. Einfachere Sätze, mit dem gleichen Inhalt, hätte dem Buch bestimmt gut getan und es hätte sich etwas leichter lesen lassen.

Das Cover gefällt mir sehr gut - es spiegelt gut wieder, was das Buch beinhaltet.

Alles in allem bekommt das Buch, trotz dem etwas anstrengenden Schreibstil, von mir fünf volle Sterne.

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